Eine Reise durch zweitausend Jahre Weingeschichte, zwischen venetischen Hügeln, bäuerlichen Traditionen und internationalen Auszeichnungen.
Die Geschichte des Prosecco wurzelt in der klassischen Antike, durchläuft das Mittelalter, blüht in der Renaissance auf und verwandelt sich in die dynamischste Weinindustrie Europas. Heute ist der Prosecco DOC und DOCG der meistverkaufte Schaumwein der Welt — doch seine Seele bleibt tief mit den Hügeln zwischen Conegliano und Valdobbiadene verbunden.
Die Hügel von Conegliano und Valdobbiadene sind eine lebendige Kulturlandschaft, jahrhundertelang durch den Einfallsreichtum und die Zähigkeit der venetischen Winzer geformt.
Der Naturforscher Plinius der Ältere erwähnt in seiner Naturalis Historia einen im Triestiner Karst hergestellten Wein namens Pucinum, den Kaiserin Livia wegen seiner heilsamen Eigenschaften schätzte. Viele Historiker erkennen darin einen direkten Vorfahren des Prosecco, erzeugt aus der heute als Glera bekannten Traube.
Der Name „Prosecco“ leitet sich wahrscheinlich vom gleichnamigen kleinen Dorf bei Triest ab (slowenisch Prosceco = „gerodet“). In dieser Zeit begannen venetische Winzer, die Glera-Traube in den Hügeln von Treviso zu verbreiten, wo sie ein ideales Terroir fanden.
Aureliano Acanti beschreibt in seinem Text Il Roccolo Ditirambo einen „sprudelnden und fröhlichen“ Wein aus den Hügeln von Treviso, den Historiker als direkten Vorläufer des heutigen Prosecco identifizieren.
Italiens erste Weinbauschule wird in Conegliano von Giovanni Battista Cerletti gegründet. Das Institut wird zum Forschungszentrum, das den Weinbau im Raum Treviso von handwerklich zu wissenschaftlich geleitet transformiert — die Grundlage des modernen Prosecco.
Der italienische Chemiker Federico Martinotti patentiert die Tankfermentationsmethode, die später den Namen des Französen Charmat tragen sollte. Diese Technik wird zum Standardverfahren für Prosecco Spumante.
Der Prosecco di Conegliano-Valdobbiadene erhält seine erste Kontrollierte Herkunftsbezeichnung. Ein historischer Schritt, der das Anbaugebiet abgrenzt und erste offizielle Qualitätsnormen festlegt.
Das Rezept des venetischen Spritz — Prosecco, Aperol und ein Schuss Soda — erobert zunächst die Bars Venetiens, dann ganz Italien. Mini-Prosecco-Flaschen werden zu Protagonisten der Bartheken und erhöhen exponentiell die Nachfrage nach dem 187-ml-Mignon-Format.
Eine historische Reform restrukturiert das System: Die Prosecco DOC (9 Provinzen in Venetien und Friaul) entsteht, sowie zwei Exzellenz-DGOCs: Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG und Asolo Prosecco Superiore DOCG. Die Rebsorte wird offiziell in Glera umbenannt.
Die Zusatzbezeichnung Rive (venetischer Dialekt für steile Weinberghänge) wird eingeführt: reserviert für Conegliano Valdobbiadene DOCG-Proseccos aus einzelnen Weilern, ausschließlich handgelesen, mit reduzierter Höchsternte.
Die Prosecco-Hügel von Conegliano und Valdobbiadene werden als Kulturlandschaft in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen — eine Anerkennung jahrhundertelanger Arbeit venetischer Winzer.
Über 600 Millionen Flaschen jährlich, exportiert in mehr als 100 Länder. Der Prosecco DOC ist volumenmäßig der meistverkaufte Schaumwein der Welt, vor dem Champagne. Das 187-ml-Mini-Format ist in Hotels, Fluggesellschaften, Restaurants und im Lebensmitteleinzelhandel allgegenwärtig.
Der Spritz entstand im 19. Jahrhundert, als österreichische Soldaten in Venetien Wasser zum lokalen Wein gaben. Prosecco machte daraus Italiens meistbestellten Cocktail.
Königin Elisabeth II. war bekannt für ihre Vorliebe für Prosecco als abendlichen Aperitif. Diese königliche Leidenschaft trug enorm zur Popularität des Prosecco im britischen Markt bei.
Der Prosecco DOC überholte den Champagne und ist seit 2013 volumenmäßig der meistverkaufte Schaumwein der Welt, mit einem Wachstum, das seitdem nie gestoppt hat.
Die nach der Charmat-Methode erzeugten Prosecco-Blasen sind größer als jene des Champagnes (Traditionnelle Methode). Das macht sie optisch lebendig und angenehm cremig am Gaumen.
Die charakteristischen Höhenrücken-Hügel der DOCG-Zone haben glaziale und vulkanische Ursprünge. Ihre Form schafft einzigartige Mikroklimata, die weltweit nicht reproduzierbar sind.
Die Exporte von Prosecco DOC haben sich im letzten Jahrzehnt verdreifacht. Die wichtigsten Märkte sind Deutschland, die Schweiz, Großbritannien und die USA.
Jedes Produktionsgebiet verleiht dem Prosecco einzigartige Eigenschaften. Lernen Sie die Terroirs und Bezeichnungen kennen.
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